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Die Geschichte Badens

von Birgit Wilhelm

Der namentliche Ursprung der Markgrafschaft Baden liegt bei einer Burg im Oostal, welche an den warmen Bädern von Baden lag. Diese Burg kam 1091 an die im Breisgau befindliche Seitenlinie der Zähringer, welche Inhaber der Grafschaft Hachberg waren. Durch den Zufall der Burg wurde der Markgrafentitel (von Verona), welcher den Zähringern 1061 erworben hatten auf den oberrheinischen Besitz übertragen. Hermann II. (1073-1130) nannte sich als erster 1112 Markgraf von Baden, nach seiner Burg über den warmen Bädern von Baden (römisch Aquae; heute Baden-Baden, von Baden in Baden).

Die Linie der Markgrafen von Baden teilte sich 1190 in die markgräfliche Linien Baden-Baden (mit der Ortenau um Offenburg) und Hachberg. Die Güter der 1190 von der Hauptlinie der Markgrafen von Baden (mit der Ortenau um Offenburg) abgespalteten Linie der Markgrafen von Hachberg (Hochberg im Breisgau) und ihrer 1306 gebildeten Nebenlinie Sausenberg wurden durch Bernhard I. (1372-1431) 1415 durch Kauf zurückerworben, wodurch die beiden Linien wieder zusammengefaßt wurden. Bernhard I. ist der eigentliche Begründer des badischen Terriorialstaates: Er organisierte die innere Verwaltung und bildete eine Ämterverfassung. Wichtig für die Festigung der Markgrafschaft war der Erwerb der Hälfte der Herrschaften Lahr und Mahlberg im Jahre 1442, wodurch eine Bundeglied zwischen dem südlichen breisgauischen Teil und dem nördlichen Gebiet um Baden-Baden gewonnen wurde.

Unter Hermann V. wuchs das badische Gebiet weiter an, Hermann V. erbte 1219 Pforzheim und erwarb Durlach und Ettlingen sowie Pfandschaften über Lauffen, Sinsheim und Eppingen. Mit dem Aussterben der Staufer rückte die Familie im heutigen Mittelbaden in deren Stellung ein, die auf Lehensgut des Klosters Weissenburg im Elsaß beruhte.

Weiterer Gebietszuwachs und eine straffe Verwaltung machten Baden im 15. Jahrhundert zu einem bedeutenden Staat am Oberrhein, es war drittgrößte weltliche Macht in Schwaben neben den Habsburgern und den württembergischen Grafen. Christoph (1475-1515; gest. 1527) glückte es die Brücke zwischen den Landesteilen durch die Gewinnung der zweiten Hälfte der Herrschaften Lahr und Mahlberg zu verstärken. Eine weitere Festigung des territorialen Bestandes der Markgrafschaft erfolgt durch den Erwerb der im südlichen Breisgau gelegenen Herrschaften Badenweiler, Rötteln und Sausenberg (1503).

Der Jurist Ulrich Zasius (1461-1535) schuf eine moderne Ordnung der inneren Verhältnisse, die der Markgrafschaft weiteren Auftrieb gab.

1515 erhielt Bernhard III. (1515-1536) von Baden die luxemburgischen und sponheimischen Güter, Ernst (1515-1552) die breisgauischen Güter (Hochberg, Sausenberg, Rötteln, Badenweiler, sogar das Markgräflerland). Dazu kamen 1535 aus dem Anteil Philipps Stadt und Schloß Baden, das Gebiet südlich des Fluses Alb, die Herrschaft Beinheim und die Vogtei über Herrenalb und Frauenalb für Bernhard III., sowie Pforzheim, Durlach, Altensteig, Liebenzell und das Gebiet nördlich der Alb für Ernst, so daß sich eine obere Markgrafschaft Baden-Baden und eine untere Markgrafschaft Baden -Durlach (Residenz in Pforzheim, ab 1565 Baden-Durlach, seit 1724 in Karlsruhe) gegenüberstanden.

1535 spalteten die Zähringer sich in die ab 1571 rekatholisierte Linie Baden-Baden unter Bernhard III.(1515-1536) und die lutherische Linie Baden-Durlach unter Ernst (1515-1552) mit der Hauptstadt Pforzheim (ab 1565 Baden-Durlach, seit 1724 in Karlsruhe). Baden-Durlach wurde 1556 evangelisch, Baden-Baden, nach 1555, wurde später aber rekatholisiert. Die Rekatholisierung Badens 1571 durch Philipp II. (1569-1588) veranlaßte einen dauerhaften Konflikt mit seinen Vettern in Durlach. Ernst Friedrich (1577-1604) und Georg Friedrich (1577-1622) von Baden-Durlach besetzten Baden-Baden in Jahre 1594, unter Bestreitung der Ebenbürtigkeit der katholischen Badener, und behielten der Land unter Beistand der badischen Landstände. Der katholische Markgraf Wilhelm (1622-1677) erhielt zwar sein Land zwar 1622 wieder, als Tilly Georg Friedrich (1577-1622) bei Wimpfen schlug, und rekatholisierte es; verlor es aber 1632 erneut an Horn und erhielt es erst durch den Prager Frieden (30. Mai 1635) und dann den Westfälischen Frieden (Friedenstraktat von Münster vom 24. Oktober 1648) 1648 zurück.

Als die Baden-Badische Linie, zu der der Türkensieger Markgraf Ludwig Wilhelm (1677-1707) gehörte, 1771 ausstarb, fiel ihr Besitz an den Markgrafen Karl Friedrich von Baden-Durlach (1738-1811). Die Hauptstadt Badens war seitdem Karlsruhe. Karl Friedrich vereinigte die Markgrafschaft wieder und führte zahlreiche Reformen im Sinne des aufgeklärten Absolutismus durch. Um 1785 umfaßte Baden - das um 1780 mit Argenschwang und einem Teil Weilers auch Mitglied des Kantons Niederrheinstrom des Ritterkreises Rhein war - 3500 Quadratkilometer mit etwa 190.000 Einwohnern.

  1796 verlor es seine linksrheinischen Gebiete an Frankreich: Amt Rhodt bei Landau (Baden-Durlach), Herrschaft Beinheim im Unterelsaß, Amt Gräfenstein bei Pirmasens, Herrschaften Hesperingen und Rodemachern in Luxemburg und Teile der Grafschaft Sponheim im Hunsrück). Um 1800 umfaßte Baden ein Gebiet von 27 Quadratmeilen.

Am 15.12.1803 wurde Baden durch Paragraph 5 des Reichsdeputationshauptschlusses zum Kurfürstentum erhoben und durch die rechtsrheinischen Teile der Pfalz (Heidelberg, Mannheim, Ladenburg, Bretten) und die Hochstifte Konstanz, Basel (teilweise), Straßburg (teilweise), Speyer (teilweise), die Hanau-lichtenbergischen bzw. Hessen-darmstädtischen Ämter Lichtenau und Willstädt, die Nassau-usingische Herrschaft Herrschaft Lahr, die Reichsabteien Petershausen, Gengenbach, Odenheim und Salem (ohne Ostrach), die Reichsstädte Offenburg, Pfullendorf, Gengenbach, Biberach (1806 an Württemberg), Zell am Harmersbach, Ueberlingen, Wimpfen (später an Hessen), das Reichstal Harmersbach und die Klöster Schwarzach, Frauenalb, Allerheiligen, Lichtental, Ettenheimmünster, Öhringen und Reichenau sowie kleinere Güter entschädigt, wodurch sich sein Umfang auf 7200 Quadratkilometer mit 445.000 Einwohnern vermehrte.

1805 erwarb es vom Herzog von Modena/Österreich den größten Teil des Breisgaues, die Ortenau, die Baar mit Villingen, die Stadt Konstanz und die Insel Mainau des Deutschen Ordens mit insgesamt 2530 Quadratkilometern und 160.000 Einwohnern.

Durch den Beitritt zum Rheinbund 1806 wurde es Großherzogtum und erhielt die Fürstentümer Fürstenberg, Leiningen, Salm- Krautheim, die Landgrafschaft Klettgau, die Reichsgrafschaft Bonndorf, das Johanniterpriorat Heitersheim, die südlich des Mains gelegenen Teile der Fürstentümer Wertheim und die eingeschlossenen Güter der Reichsritterschaft. 1806 wurden einige Gebietsänderungen mit Württemberg vereinbart. 1810 erhielt Baden die seit 1805 wü rttembergische Landgrafschaft Nellenburg und die obere Grafschaft Hohenberg gegen Randgebiete im Schwarzwald (an Württemberg) und Amorbach (an Hessen-Darmstadt). Damit umfaßte es etwa 15.000 Quadratkilometer mit etwa einer Million Einwohner.

1810 übernahm Baden den Code Napoleon in der Form des Badischen Landrechts. 1818 erhielt es eine Verfassung (konstitutionelle Monarchie). Zugleich mußte es an Bayern das Amt Steinfeld und Teile Leiningens abtreten, erhielt aber von Österreich das Fürstentum von der Leyen. 1819 konnte es die Herrschaft Hohengeroldseck erwerben.

Mit Großherzog Leopold (1830-1852) gelangten die Markgrafen von Hochberg, die Nachkommen Karl Friedrichs aus seiner zweiten Ehe mit der nicht ebenbürtigen Luise Geyer von Geyersberg (seit 1796 Reichsgräfin von Hochberg), zur Regierung.

Großherzog Friedrich I. (1852-1907) lenkte 1860 wieder in die liberale Richtung ein und verfolgte zugleich in der deutschen Frage eine eifrige nationale und preußenfreundliche Politik, wenn er auch im Krieg von 1866 gegen Preußen kämpfte.

Nachdem Baden schon 1835 dem Deutschen Zollverein beigetreten war, vollzog es am 15. 11. 1870 seine Eingliederung in das Deutsche Reich.

Die Novemberrevolution von 1918 führte, obwohl das badische Herrscherhaus sehr volkstümlich war, zur Abdankung des Großherzogs Friedrich II. (1907-1918) am 22.11.1918.

Nachdem im Jahre 1934 die Funktion der Gliedstaaten durch das Neuaufbaugesetz stark reduziert worden waren, konnten sich erst 1945 nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches wieder staatliches Leben auf der Ebene der Länder entfalten.

Allerdings erfolgten durch die Besatzungsmächte zahlreiche Neugliederungmaßnahmen, die den Länderbestand erheblich veränderten. Der Zuschnitt der Besatzungszonen folgte rein militärischen Gesichtspunkten. Die Alliierten Besatzungsmächte zerschnitten das Gebiete der Länder Baden und Württemberg entlang der Autobahn Karlsruhe - München. Alle Kreise, die von der Autobahn Karlsruhe - München durchschnitten wurden fielen der amerikanischen Besatzungszone zu. Die südlichen Landesteile waren französischer Besatzungsgewalt unterstellt worden, die nördlichen Teile amerikanischer Besatzungsgewalt. In der französischen Besatzungszone entstand noch 1945 das Land Baden. In der amerikanischen Besatzungszone entstand 1946 das Land Württemberg-Baden aus den nördlichen Teilen der alten Länder mit der Hauptstadt Stuttgart.

Am 25. April 1952 rief Reinhold Maier die Vereinigung der Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zu dem Bundesland Baden-Württemberg aus; worin das alte Land Baden aufging.

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